Reiseberichte

Treffen mit NRW-Ministerpräsidentin (7)

09.03.2011

Werner Schmitz-Dietsch
http://in-gl.de/2011/03/09/treffen-mit-nrw-ministerpraesidentin-beit-jala-7/

Drei Mitglieder des Städtepartnerschafts-Vereins Bergisch Gladbach – Beit Jala e.V. haben heute in Beit Jala Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft getroffen.

Während die anderen zur Uni Ramallah fuhren, berichteten Roland Neu, Norbert Sprenger und Doro Dietsch Hannelore Kraft, die derzeit auch Bundesratspräsidentin ist, von den bereits geknüpften Kontakten zwischen Bergisch Gladbach und Beit Jala.

Das Treffen fand statt in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung, die von “Lifegate Rehabilitation – Aktion Sühnezeichen” betrieben wird. Kraft “überreichte” ein Fahrzeug für den Personentransport, welches bereits rollstuhlgerecht ausgebaut wurde.

Burghard Schunkert, Leiter von Lifegate, betonte, dass sich seine Organisation ohne staatliche Förderung seit 1987 um die Belange von Menschen mit Behinderung im Westjordanland kümmert: Als einzige Einrichtung in der Westbank betreibt sie Beratung, Frühförderung, Maßnahmen im Bereich Bildung und Ausbildung und Integration durch eine Werkstatt für Behinderte. Die mehr als Kinder kommen tagsüber und kehren abends in ihre Familien zurück. Das Ganze wird überwiegend durch Zuwendungen aus Deutschland (Misereor, Caritas, Land NRW) sowie den Verkauf selbst hergestellter Geschenkartikel landestypischen Charakters finanziert. Zur Zeit entsteht in Beit Jala ein imposanter Neubau für die Einrichtung

Die Ministerpräsidentin begrüßte sowohl diese sozialen Projekte als auch die städtepartnerschaftliche Initiative. Sie unterstrich, dass das Engagement aus dem Bürgertum besonders wichtig sei, denn eine Städtepartnerschaft lebe nur, wenn sich die Bürger für solche Begegnungen engagierten. Kraft wollte wissen, wie die Städtepartnerschaft entstanden sei. Beeindruckt war sie zu hören, dass es eine fünfjährige Vorarbeit und bereits zwei Besuche des Bürgermeisters von Beit Jala in Bergisch Gladbach gegeben hat und das langjährige Engagement von Pfarrer Axel Becker nun Früchte trägt; und vor allem, dass Israelis und Palästinenser schon heute dank des Vereins die Möglichkeit hätten, einander zu begegnen.

Nachmittags warfen wir einen Blick in die Redaktionsräume der Nachrichtenagentur “Palastine news Network”, kurz pnn.

Vier Volontäre aus Deutschland schreiben hier für die deutsche Seite, es gibt aber auch einen Amerikaner und einen Engländer für die englische Version sowie natürlich Festangestellte für die arabischen Seiten. Die vier Deutschen wohnen in einer Wohngemeinschaft im Flüchtlingscamp.

Es gibt sehr viele Projekte in Bethlehem, die von deutschen Ehrenamtlern oder Zivildienstleistenden unterstützt werden und Moritz fragt sich schon, wie die weiter laufen sollen, wenn der Zivildienst in Deutschland aufhört. Ob Geld da sein wird, dass Einheimische diese Arbeiten übernehmen und dafür bezahlt werden?
http://german.pnn.ps