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Newsletter Oktober 2015

01.10.2015

Liebe Mitglieder und Freunde der Städtepartnerschaft Bergisch Gladbach – Beit Jala,

der Monat September hat viele wichtige Ereignisse für unsere Städtepartnerschaft gebracht.

1. Unser Mitglied der ersten Stunde, Frau Dr. Annelise Butterweck, ist im Alter von 87 Jahren am 22. September verstorben.

Die Entstehung unserer Städtepartnerschaft mit Beit Jala ist ohne sie kaum zu denken, und ihre jahrzehntelange Bemühung um die Verständigung im israelisch-palästinensischen Konflikt ist beispielhaft. Wir nehmen Abschied von ihr in großer Trauer, aber auch in tiefer Dankbarkeit.

Die Beisetzung ist am Freitag, den 2. Oktober, um 16 Uhr auf dem Waldfriedhof Kleineichen, Kirchstraße in 51503 Rösrath.

Danach findet um 18.30h eine Gedenkfeier in der Evangelischen Kirche Kirche in Bensberg, Friedhofsweg 9 statt. Herzliche Einladung!

2. Die Einweihung des Beit-Jala-Platzes in Bergisch Gladbach am Samstag, den 11. September, war ein großes Ereignis.

Etwa 150 Menschen waren dabei, als Bürgermeister Lutz Urbach zusammen mit Bürgermeister Nicola Khamis, Beit Jala, in Anwesenheit der palästinensischen Botschafterin Dr. Khoulud Daibes die Schilder am Platz enthüllte.

Auch der neu gestaltete Infostand unseres Vereins auf dem Stadtfest fand reges Interesse.

Herzlichen Dank an so viele Personen, die dabei mitgewirkt haben.

In Beit Jala freuen sich alle über den Beit-Jala-Platz in Bergisch Gladbach. Sie fühlen sich ermutigt und gestärkt.

Auch wir können die Fotos auf der Facebookseite der Stadt Beit Jala sehen, die über www.beitjala-city.org allen zugänglich ist.

3. Die Begegnungsreise unserer Gruppe mit 18 Teilnehmern unter Leitung von Petra Schöning war wieder sehr intensiv.

Wir haben viele Institutionen kennengelernt, die auch für mich bei meinem 18. Besuch in BJ noch neu waren, und wir sind so vielen eindrucksvollen Persönlichkeiten, vor allem starken Frauen, begegnet.

U.a. zeigte der Besuch in der Industrie- und Handelskammer in Bethlehem, wie die andauernden Einschränkungen durch die israelischen Besatzung eine wirtschaftliche Entwicklung in Palästina unmöglich machen. Nähere Hintergründe zu diesen Zusammenhängen zeigt eine 58-minütige Dokumentation „Milliarden für den Stillstand“ in ARTE, die am 29. Sept. ausgestrahlt wurde und bis zum 30. Okt. in der dortigen Mediathek zu sehen ist:

http://www.arte.tv/guide/de/plus7/?em=055180-000

Wir fanden Hoffnung trotz allem. Aber es wächst auch die Verzweiflung, die Aussichtslosigkeit für eine gute Zukunft der Kinder, die Resignation und die Wut. Denn

4. Am Eingang des Cremisantales in Bir Onah setzt Israel seit dem 17. August den Mauerbau fort.

Die letzten freien Flächen, vor allem bewirtschaftetes und wunderbares Grünland im Cremisantal und im Machrourtal werden Beit Jala verloren gehen. Die Gruppe war vor Ort und nahm an einem ökumenischen Protestgottesdienst teil. Die Gegenwart des katholischen Weihbischofs Schomali, von Pfarrer Mitri Raheb aus Bethlehem und andern Geistlichen hat wahrscheinlich die israelischen Soldaten vom üblichen Tränengaseinsatz abgehalten. Trotz vieler Proteste wird der Beton weiterhin in die Fundamente für die 8 m hohen Mauerelemente gegossen! Uralte Olivenbäume wurden ausgerissen. Den Menschen in unserer Partnerstadt blutet das Herz – wie es Bürgermeister Khamis bei der Platzeinweihung in Bergisch Gladbach ausdrückte.

5. Am Internationalen Festival für Frieden der Stadt Beit Jala nahmen 11 Personen aus Bergisch Gladbach teil. Ihre Gegenwart und ihre Mitwirkung wurden in der Partnerstadt dankbar registriert.

Die Breakdancegruppe der KREA-Schule mit Begleitung von Sigrid Brenner zeigte zusammen mit einem Tänzer aus dem Ort eine tolle Vorstellung. Der Applaus war entsprechend. Vielleicht entstehen hier weitere Kontakte.

Die Stadt Bergisch Gladbach schickte eine 4-köpfige Delegation zum Festival: Marion Linnenbrink, Leiterin des städtischen Presseamts, Axel Becker, Vors. des „Beit-Jala-Vereins“ und Petra Hemming, Vors. des „Ganey-Tikva-Vereins“; leider musste unser Bürgermeister Lutz Urbach absagen, weil die Probleme mit der Aufnahme der Flüchtlinge in Gl seine Präsenz in der Stadt notwendig machten. Unsere Verein entsandte H.D.Haun als Beauftragen zur Knüpfung von Kontakten in die Kulturszene in beiden Partnerstädten.

Am Anfang der Reise stand ein kurzer Besuch in Ganey Tikva. Dort fand man viele Interesse an gegenseitigen Begegnungen und wenn möglich auch mit Beit Jala. Dort stellte sich allerdings heraus, dass unter der gegenwärtigen fortwährenden israelischen Besatzung vorläufig keine Basis für gemeinsame Projekte besteht.

In Beit Jala waren auch Delegationen aus andern Partnerstädten zugegen: Jena, Aubervilliers, Frankreich, und Pitesti in Rumänien. Es gab lebhaften Austausch, und der Protest gegen die wachsende Strangulierung Beit Jalas wurde immer wieder ausgedrückt.

6. Jad und Mohammed, zwei Studenten des Theatertrainingsprogramms des Al Harah Theaters in Beit Jala werden am Samstag, den 2. Okt. zu einem Praktikum bis Mitte Dezember in Bergisch Gladbach eintreffen.

Wer Interesse an einem Kontakt oder Begleitung der beiden hat, bitte melden bei H.D.Haun. Tel:

02202 250837.

Mit herzlichen Grüßen

Axel Becker

Wir bereiten einen nächsten Beit-Jala-Treff vor. Nov. oder Dez.