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„Traurige Zeiten in unserem kleinen Teil der Welt“

03.08.2014

Von Doro Dietsch
http://in-gl.de/2014/08/03/traurige-zeiten-keinem-teil-der-welt-jeruslalem-nahost/

Vor drei Jahren bei einer ersten Reise von Bergisch Gladbacher Bürgern in die palästinensische Partnerstadt Beit Jala hatten wir Rotem Mor kennengelernt. Der jüdische Israeli hatte ein paar Jahre Militärdienst geleistet, sich dann aber verweigert, dafür einige Jahre im Gefängnis gesessen und setzt sich seither für Verständigung in Nahost ein. Unter anderem veranstaltet er die “ Jerusalem Reality Tours“, mit denen er uns 2011 beide Seiten Jerusalems zeigte. Jetzt erreichte uns dieser Brief von Rotem Mor zur Lage in Israel und Palästina. Da Bergisch Gladbach mit Ganey Tikva und Beit Jala zwei Partnerstädte und Freunde auf beiden Seiten des Konfliktes hat, haben wir seinen Brief übersetzt:

Liebe Freunde,

dies sind traurige Zeiten in unserem kleinem Teil der Welt. Seit der letzte Ausbruch schrecklicher Gewalt wütet, gingen viele Leben sinnlos verloren. Es ist jetzt leicht, zu verzweifeln und Hoffnung zu verlieren. Für diejenigen von uns, die nicht in unmittelbarer physischer Gefahr sind, ist dies die größte Gefahr von allen. Jeder Tag ist ein Kampf, um einen gesunden Geist und ein offenes Herz zu behalten.

In diesen Zeiten bin ich dankbar, liebevolle Freunde und Gemeinschaften zu haben, denen ich vertrauen kann, bei denen ich mich sicher und unterstützt fühle. Für mich sind die Touren, die ich mache, eine Möglichkeit, kleine, sichere Freiräume zu schaffen, in denen der Kontakt mit der schmerzhaften Realität unseres Konflikts in einer Weise hergestellt werden kann, die Verständnis und Verbindung bringt.

Es wäre auch für mich leicht zu verzweifeln (und es in der Vergangenheit auch schon geschehen). Tausende von Menschen habe ich auf diesen Touren schon geführt und immer noch gibt es keine sofortige Änderung zum Besseren.

Doch ich weiß, dass diese Erfahrungen auch von der schrecklichen Gewalt nicht aus den Herzen der Menschen gelöscht wurden, sie verstecken sich nur manchmal im Inneren und warten auf eine sichere Zeit, um wieder aufzutauchen. Ich weiß auch, dass die Vision von Jerusalem Reality Tours, Menschen über Jerusalems Teilungen zusammen zu bringen und die Stadt in einer Vision von Gerechtigkeit, Gleichheit und der Bemühungen zu vereinen, immer noch sehr lebendig und der einzige Weg ist, vorwärts zu kommen.

Ich bin dankbar, dass ich ein wenig vom Geschmack dieser Vision durch unsere Touren und die andere Friedensarbeit, die ich in den Jahren engagiert erfüllt habe, teilen konnte. Ich bin voller Glaube und Gebet, dass diese Vision einmal lebendige Wirklichkeit wird, während die Unwissenheit und Unwahrheit, welche die Quelle dieses Krieges sind, verblassen werden. Schließlich möchte ich im Namen von Jerusalem Reality Tours, mein Beileid und ein Gebet für Sicherheit an alle senden, die von der Gewalt und Unterdrückung betroffen sind.

Mögen wir Frieden kennenlernen.

Rotem Mor, Jerusalem Reality Tours