Beit Jala in Palästina

Die Mauer

Die israelische Trennungsmauer auf dem Gebiet von Beit Jala hat eine Gesamtlänge von 11,7 Kilometer, wovon 2,7 Kilometer gebaut und 9 Kilometer geplant sind (Stand: April 2006). Sie isoliert etwa 45 Prozent von Beit Jalas Fläche. Darin liegen 62 Prozent der gesamten Agrarfläche, 61 Prozent der gesamten freien Flächen und 95 Prozent der gesamten bewaldeten Buschzone von Beit Jala.

Im Juli 2003 hat der Internationale Gerichtshof (ICJ) befunden, dass die von Israel gebaute Mauer illegal ist. Dabei wurden zu Grunde gelegt: Internationales Recht, einschließlich Genfer Konvention, Haager Vereinbarung, Abkommen über Menschenrechte und UN-Sicherheitsratsresolutionen.

Aus der Begründung: Verletzung der Menschenrechte auf Selbstbestimmung, Bewegungsfreiheit, Arbeit, medizinische Behandlung, Erziehung, adäquaten Lebensstandard und Zugang zu heiligen Stätten.

Die Trennungszone ist ein Bruch aller bisher ausgehandelten Friedensabkommen und des Osloer Interim-Abkommens (1995), das sagt: Keine Seite darf Schritte unternehmen oder umsetzen, die den Status der Westbank und des Gazastreifens verändert, bis zu einem endgültigem Ergebnis der laufenden Statusverhandlungen.

 

Gebietsverlust Beit Jalas durch die israelische Besatzung

Die Stadt Beit Jala liegt mit ihrem ganzen Territorium im besetzten Palästina (Westjordanland), jenseits der Waffenstillstandslinie von 1967.

Sie umfasst etwa 14 km².

Die Mauer

Ausdehnung der Stadtgrenze von Jerusalem nach 1967

Nach dem 6-Tage-Krieg von 1967 besetzte Israel das Westjordanland. Danach wurde von Israel illegal die Stadtgrenze von Jerusalem in das Gebiet des südlich liegenden Beit Jala ausgedehnt. Dort entstand vor allem die israelische Siedlung „Gilo“, heute ein Stadtteil von Jerusalem mit etwa 40.000 Einwohnern. Durch diese Grenzziehung verlor Beit Jala etwa 22 Prozent seines Territoriums. Heute ist auch der Bau der israelischen Siedlung „Har Gilo“ in Beit Jala im Gang.

Bau von Siedlungsstraßen und der Trennungsmauer in Beit Jala

Durch den israelischen Bau von Siedlerstraßen und die Konstruktion der acht Meter hohen Trennungsmauer um das bebaute Kerngebiet von Beit Jala sollen künftig etwa weitere ca. 43 Prozent des Stadtgebiets von Beit Jala abgetrennt werden. Das sind vor allem unbebaute Freiflächen für Landwirtschaft und Erholung.

Damit verliert Beit Jala  insgesamt etwa 65 Prozent seines Stadtgebietes.

Die Besitzer dieser Gebiete und die Bauern, die das Land bewirtschaften, werden keinen oder nur sehr beschränkten Zugang dazu haben. Eine ökonomische und ökologische Flächenplanung ist damit für die Stadtverwaltung nicht mehr möglich. Die Bevölkerung von etwa 15.000 Einwohnern ist künftig in der sogenannten A-Zone zusammengedrängt. Sie steht unter palästinensischer Verwaltung. Israelis ist der Zutritt zur A-Zone verboten.

Einige Teile der geplanten Trennungsmauer, die zu diesem Ergebnis führen soll, sind noch nicht gebaut. Besonders im Cremisan-Tal geht es in einer Klage vor israelischen Gerichten um den Mauerbau und seinen zukünftigen Verlauf. Die katholische Menschenrechtsorganisation Society of St. Yves ( www.saintyves.org.il) hat dabei die Rechtsvertretung der betroffenen kirchlichen Einrichtungen der Salesianer und einiger Landeigentümer übernommen.

Bürgermeister Dr. Nael Salman kümmert sich persönlich um diesen lebenswichtigen Vorgang für die Stadt. Er nahm bei der letzten Anhörung vor der israelischen Kammer in Tel Aviv am 12. Februar 2013 teil. So brachte er die Vertreter aus BGl zusammen mit einer juristischen Sachbearbeiterin der Society of St. Yves in Jerusalem am 20. März nach Cremisan, dass sie sich von der Schönheit des betroffenen Gebietes, seiner landwirtschaftlichen Bedeutung und seiner Dimension eine Anschauung machen konnten. Es ist unübersehbar, dass die Absicht besteht, das Land illegal zu annektieren, um den israelischen Siedlungsbau in diesem Bereich fortzusetzen.

Nach der Ablehnung der Klage durch das israelische Gericht wird der Mauerbau wie geplant fortgesetzt. Am 26. April 2013 haben sich die Stadt und die Kirchen in Beit Jala an Papst Franziskus gewandt, und ihn und die Weltöffentlichkeit um Hilfe gebeten.